Presseschau:


"Die Liebe kommt ins Entlebuch."
(NLZ, 5.11.01)


"Kunstvoll und stets trittsicher."
(Bieler Tagblatt, 17.11.01)


"Ein Hörgenuss erster Güte."
(Aargauer Zeitung, 15.05.02)


"Eine neue A-Cappella-Formation der Sonderklasse."
(Mittellandzeitung, 04.11.02)


"Wundervolle Stimmen, viel Persönlichkeit."
(Aargauer Zeitung, 15.12.03)


"Ihr virtuoser Gesang geht unter die Haut."
(Seetaler Bote, 22.01.04)


"Ein A-Capella-Programm für Feinschmecker."
(Entlebucher Anzeiger, 10.04.04)


"Standing Ovations."
(NLZ, 12.12.06)


"Ich bin ein Fan."
(Walter Ringo Meier, 14.01.07)


"Darf ich auf diesem Weg meine helle Begeisterung für das Gebotene kundtun?"
(René Koch, 19.01.07)


"Eine Hommage an die Schweizer Beizenkultur, treffend nachgezeichnet. (...) Im Verlaufe des Morgens geht es dann durch die grossen Themen des Lebens, die unerfüllte Liebe, das Fremd- und Ausgestossensein, Betrug und Tod, immer angereichert vom sonoren Klang der exzellenten Stimmen. Der gepflegte Gesang erreicht mit den neun Sängern ein Volumen von Chorqualität. Erstaunlich auch, wie jeder von ihnen auch als Solist auftritt, sei's in den barocken Madrigalen, den Chansons aus den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts, in den finsteren Moriaten von Kurt Weill oder als stimmstarker Jodler. (...)"
(Markus Diebold, Seetaler Bote, 24.09.09)


"Euer Fähnlein der 8 Helden ist mir lieb im Herz. Tausendfache Gratulation zum Gesamterlebnis mit Euch Sultanen des Gesanges!"
(Hoforganist Wolfgang Sieber, 26.11.09, per Mail)


"Männerstimmen in reinster Klangkultur."
(Neue Obwaldner Zeitung, 11.01.10)



Sechs Töffliuebe als Raketen auf Kollisionskurs

"Es riecht nach 2-Takt-Benzin im Burgbachkeller, nach Gummireifen und klebriger Nostalgie, und ganze Sehnsuchtsschwaden wabern durch die vollen Reihen: Sehnsucht nach Puch, nach Löchern im Auspuff, nach Schmusen mit Mädchen hinter irgendeiner Wand, nach Born to be wild und all dem, was die Töfflibuebe da zelebrieren.
Es ist A-Capella-Festival, zweiter Abend. Sechs mehr oder weniger kaputte Männer stehen auf der Bühne plus der Herr Ex-Jugendseelsorger mit Übers-Gesicht-Streich-Frisur und Altmännermimik, und sie geben auf ihren imaginären Töffli Vollgas - inklusive dem zu erwartenden Geschwindigkeitsrausch: Die A-cappella-Truppe Integral wirft sich mit Wucht und Witz in die verblichenen Rockerfantasien der mittlerweile gut- oder eben schlechtbürgerlich gewordenen Akteure (und Zuschauer).

Jeden Klassiker, jedes alte Glücksgefühl formen die Männer in geniale Hintergrundchoräle und waghalsige Sologesänge, und wo man den Ton nicht trifft, haut man extra noch lauter daneben: Da wird gequietscht, falsettiert bis zum Scheiben-Spring-Ton, und wo es sein muss, singen die Männer höher als Freddie Mercury. Schnell ist klar, hier stehen sechs Raketenschiffe auf dem Weg zu Mars, aber hallo. Die Story ist zwar schnell erzählt - Klassentreffen -, wird aber mit riesigem Repertoire auf bombastische zwei Stunden angereichert.
Die Männer von Integral flitzen singend durch Zeitwechsel, werfen die Mäntel der neureichen Trampolinverkäufer, der weltreisenden Dandys weg, streifen die Yogalehrertracht ab und befreien sich von der Vorglatze und dem gräuelnden Mantel des Zeitungsverträgers, um wieder das zu werden, was sie eigentlich waren: Chinggeli, Elvis-Klon und Frauenschwarm, Schläger und angehender Füdliheftliverleger. Und vor allem: Töfflibuebe.

Man greift sich das Töffli, das heisst den Mikrofonständer mit Lenker (aber: glänzende Chromgriffe, eingewickelte Plastikblumen, FC-Luzern-Fahne und Totenkopf sind montiert), schraubt synchron den Benzinhahn auf und braust in wilder Formation duch Born to be wild und anfängliche Englischversuche: "Schi kame tu mi one morning, one loneli sandäi morning." Oder man gibt sich schmierige Anmach-Tipps - inklusive jenen mit dem Schallplattenspieler, der übers Telefon "Ich wett ich wär mit der alleini als din Teddybär" singt. Doch, das klappt bestimmt.

Das Publikum lacht sich darob halb tot, und wenn die altjungen Jungs singen "Ich bin es Blatt im Wind", dann ist man trotz all der Lustigkeit und dem Klamauk sehr gerührt. Denn tragisch banal sind die Schicksale der ehemaligen Wilden allemal: Der angehende Füdliheftliverleger und Hobby-Casanova etwa ist ein einsamer Alkoholiker, und er spielt die Rolle so gut, dass es gschmuch wird. Nur um dann im Grande Finale nochmal richtig Gas zu geben.

Das Publikum will nach zwei Stunden immer noch drei Zugaben - und es hört erst auf zu klatschen, als das Licht angeht. Wär kein Wunder, wenn in nächster Zeit die Puch-Verkäufe rasant ansteigen."

(Falco Meyer, Neue Zuger Zeitung, 21.11.09)




Ob Moll, ob Dur, der Tod bleibt stur

Verzeihen Sie den Reim, ich bin bloss so beschwingt von der gestrigen Erstaufführung von «Es sei strengstens untersagt, auf dem Friedhof zu kegeln». Wie da der Chor Integral die Kompositionen von Christov Rolla (der auch mitsang und Harmonium spielte) auf diverse Texte zum Tod – von Rilke über von Wolkenstein bis hin zum Berner Totentanz – aufführte, das war schlicht grossartig.
(...) Die Lieder, die er da für seinen Männerchor Integral (hier als Chor der Vonunsgegangenen) komponiert hat, die überzeugen auf der ganzen Linie. Entweder a capella vorgetragen oder von Rolla am Harmonium begleitet, mal gross angelegt und mal beschwingt, aber immer eindrücklich. Auch dank dem wunderbaren Chor. (...) Max Christian Graeff kontrastierte das gesungene Wort immer wieder mit dem gesprochenen. Graeff, der ja mit seinem Stimmorgan ohnehin der geborene Erzähler ist, kuschelte sich dabei (darf man sagen: schon mal?) in seinen Yamaha-Karton-Sarg. Und einmal durfte er auch mitsingen, und gefiel als Gevatter Tod bei dem Stück, das vermutlich «Es ging ein Jungfrau zarte» war, sehr.
«Es sei strengstens untersagt, auf dem Friedhof zu kegeln» (...) sei jedem wärmstens ans Herz gelegt, egal ob man sich normalerweise für Chorales begeistern kann. Nicht nur, weil es die einzige Möglichkeit ist, zu erfahren, was es mit dem Titel auf sich hat.

(Patrick Hegglin, kulturteil.ch, 10.12.2011)